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Interne Kommunikation DIS – Wenn das Innere Team spricht

Stellt euch vor, ihr müsst euch mit 32+ Kolleg:innen abstimmen und das jeden Tag, zu jeder Entscheidung. Klingt chaotisch? Willkommen in unserem Alltag. Denn genau so funktioniert interne Kommunikation bei DIS: Wir sprechen mit uns selbst, und dabei meinen wir das auch oft wortwörtlich.

Interne Kommunikation ist keine Spielerei oder spirituelles Konzept, sondern sie ist überlebenswichtig. Sie entscheidet darüber, ob wir morgens wissen, was gestern passiert ist. Ob wir zum Termin erscheinen, den eine andere Persönlichkeit ausgemacht hat und ob wir uns sicher fühlen oder im Chaos versinken.

Deshalb sprechen wir heute darüber, wie interne Kommunikation bei DIS funktioniert,
warum sie manchmal nicht funktioniert und welche Tools wirklich helfen.
Ohne Klischees, ohne Magie, aber dafür mit jeder Menge Realität.

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Was ist interne Kommunikation bei DIS?

Die Basics: Wer spricht hier mit wem?

Interne Kommunikation bedeutet bei DIS schlichtweg, dass verschiedene Persönlichkeiten innerhalb eines Systems miteinander kommunizieren. Das kann bewusst passieren (zum Beispiel durch innere Dialoge) oder unbewusst (durch Impulse, Gefühle oder plötzliche Gedanken, die „aus dem Nichts“ kommen).

Manche DIS-Menschen beschreiben es wie eine Konferenzschaltung im Kopf. Andere vergleichen es mit Post-its, die jemand im Gehirn hinterlässt. Wieder andere hören innere Stimmen, die diskutieren, streiten oder sich absprechen. Alles davon ist normal, denn DIS-Systeme sind so individuell wie Fingerabdrücke.

Bei uns läuft es so: Manche Innies können direkt miteinander sprechen, quasi in Echtzeit. Andere hinterlassen Notizen (mental oder tatsächlich auf Papier). Einige kommunizieren über Stimmungen oder körperliche Signale. Und manchmal passiert auch einfach gar nichts – dann ist die Leitung tot, und wir stehen da wie nach einem Blackout.

Interne Kommunikation DIS: Warum ist das überhaupt wichtig?

Ohne interne Kommunikation funktioniert der Alltag nicht. Punkt. Wenn die eine Persönlichkeit einen Arzttermin ausmacht, aber die andere davon nichts weiß, landen wir im Chaos. Wenn jemand im System getriggert ist und niemand sonst mitbekommt, warum wir plötzlich dissoziieren, kann es gefährlich werden.

Interne Kommunikation sorgt dafür, dass wir als System funktionieren können. Sie hilft uns, Entscheidungen gemeinsam zu treffen, Verantwortung zu teilen und uns gegenseitig zu unterstützen. Sie ist quasi das Nervensystem unseres Systems.

Interne Kommunikation DIS: Warum klappt das nicht immer?

Hier wird es real: Interne Kommunikation ist keine Selbstverständlichkeit. Viele DIS-Menschen kämpfen jahrelang damit, überhaupt erstmal zu verstehen, dass sie ein System sind. Und selbst wenn das klar ist, heißt das noch lange nicht, dass alle Innies miteinander sprechen können oder wollen.

Manche Persönlichkeiten sind abgespalten und schwer erreichbar. Andere wehren sich aktiv gegen Kommunikation, weil sie das System schützen wollen oder nicht akzeptieren möchten, dass es nicht nur sie als Person gibt. Wieder andere sind so jung oder so verletzt, dass sie gar nicht die Kapazität haben, sich zu artikulieren.

Dazu kommen externe Faktoren wie Stress, Überlastung oder Traumafolgen. Wenn wir überreizt sind, bricht die interne Kommunikation als Erstes zusammen. Dann fühlt es sich an, als würden wir gegen eine Wand reden – oder als ob niemand mehr da wäre. Jemand aus der Community schrieb mal „Kein Anschluss unter dieser Nummer…“ und das trifft es perfekt.

Interne Kommunikation DIS

Wie funktioniert interne Kommunikation mit DIS praktisch?

Methode 1: Innere Dialoge führen

Der Klassiker und gleichzeitig der schwierigste Weg für viele. Innere Dialoge bedeuten, dass wir bewusst mit unseren Innies sprechen, ihnen zuhören und Antworten wahrnehmen.

Das kann laut im Kopf passieren (ja, wir hören dann tatsächlich verschiedene Stimmen) oder leiser, fast wie ein Gefühl oder eine Intuition. Manche DIS-Menschen visualisieren ihre Innies dabei, andere „wissen“ einfach, wer gerade spricht.

Bei uns funktioniert das so: Lea, unsere strukturierte Koordinatorin, moderiert oft innere Meetings. Sie fragt die anderen Persönlichkeiten, wie es ihnen geht, was sie brauchen oder was sie zu einer Entscheidung sagen. Manchmal antwortet jemand direkt. Manchmal kommt nur ein diffuses Gefühl. Und manchmal herrscht Funkstille.

Wichtig:
Innere Dialoge brauchen Übung. Wer gerade erst anfängt, merkt vielleicht nur vage Impulse oder widersprüchliche Gedanken. Das ist völlig okay. Je mehr wir üben, desto klarer wird die Kommunikation, aber sie bleibt auch dann nicht immer zuverlässig.

Methode 2: Externe Hilfsmittel nutzen

Nicht jedes System kann oder will rein mental kommunizieren. Deshalb nutzen viele DIS-Menschen externe Tools, um Informationen weiterzugeben.

Bei uns läuft das über drei Hauptkanäle:

  1. Kalender: Wir führen einen gemeinsamen Kalender, in dem alles eingetragen wird – Termine, Aufgaben, aber auch Stimmungen oder wichtige Ereignisse. Jede Persönlichkeit hat eine eigene Farbe, damit wir sehen können, wer was geplant hat.
  2. Octocon/WhatsApp: Wir haben eine interne Gruppe, in der wir uns Nachrichten schreiben. Klingt absurd? Ist es auch. Aber es funktioniert. Wenn Laura gerade draußen ist und Lea später wissen muss, was passiert ist, schreibt Laura einfach eine Nachricht. Lea liest sie später und ist im Bilde.
  3. AWork (Projektmanagement-Tool): Für größere Projekte oder wiederkehrende Aufgaben nutzen wir AWork. Dort können wir To-dos anlegen, Deadlines setzen und Verantwortlichkeiten verteilen. Das hilft besonders dann, wenn mehrere Innies an einem Projekt beteiligt sind.
  4. Unser Inside Out Journal: Wir haben selbst jahrelang nach einem Journal gesucht, das uns wirklich versteht. Das Platz für alle von uns hat. Das unsere Realität nicht pathologisiert. Das uns im Alltag unterstützt statt uns zu überfordern. Wir haben keins gefunden, also haben wir es selbst gemacht.
    Das möchten wir auch euch gerne zur Verfügung stellen, wir sind gerade in den letzten Zügen es schön aufzubereiten, aber ihr könnt euch schon jetzt unverbindlich auf die Warteliste eintragen 🫶

Der Vorteil: Externe Tools schaffen Transparenz. Alles ist nachvollziehbar, auch wenn jemand gerade nicht „da“ ist oder sich nicht erinnert. Sie sind besonders hilfreich bei Amnesie zwischen den Persönlichkeiten.

Methode 3: Körperliche Signale lesen

Häufig kommuniziert das System nicht über Worte, sondern über den Körper. Ein plötzliches Unwohlsein kann bedeuten, dass jemand im System getriggert ist. Ein Energieschub kann heißen, dass eine aktivere Persönlichkeit die Kontrolle übernehmen möchte. Müdigkeit kann ein Zeichen dafür sein, dass jemand dringend Ruhe braucht.

Wir haben gelernt (und lernen immer noch), auf diese Signale zu achten. Wenn wir spüren, dass unser Körper „anders“ reagiert als erwartet, fragen wir uns: Wer braucht gerade was? Wer möchte gehört werden?

Das ist keine exakte Wissenschaft. Aber es hilft, das System besser zu verstehen und rechtzeitig zu reagieren, bevor wir komplett dissoziieren oder zusammenbrechen.

Methode 4: Kreative Ausdrucksformen

Nicht alle Innies kommunizieren verbal. Manche drücken sich über Kunst aus – durchs Zeichnen, Schreiben, Musik hören oder Tanzen. Bei uns gibt es zum Beispiel Ella, die ihre Gefühle fast ausschließlich über Aquarellbilder kommuniziert. Oder Mimi, die durch bestimmte Kleidungsstile zeigt, wie es ihr geht.

Diese Ausdrucksformen sind wertvoll, weil sie oft ehrlicher sind als Worte. Sie umgehen den rationalen Filter und zeigen ungefiltert, was im System gerade los ist.

Kreativität mit DIS

Interne Kommunikation DIS: Herausforderungen und Lösungsansätze

Problem 1: Amnesie zwischen den Persönlichkeiten

Eine der größten Hürden bei interner Kommunikation ist Amnesie. Wenn eine Persönlichkeit übernimmt und die andere davon nichts mitbekommt, gehen Informationen verloren. Das führt zu Orientierungslosigkeit, verpassten Terminen oder sozialen Missverständnissen.

Lösungsansatz:
Dokumentation ist alles. Wir schreiben auf, was passiert ist (zumindest ist das immer unser Plan)- in Tagebüchern, Apps oder Sprachnachrichten. Selbst wenn wir uns nicht direkt erinnern können, haben wir zumindest schriftliche Spuren, die uns helfen, den Überblick zu behalten.

Außerdem hilft es, Routinen zu etablieren. Wenn wir jeden Abend eine kurze Zusammenfassung des Tages schreiben (egal, wer gerade da ist), haben alle Innies am nächsten Morgen eine Orientierung.

Problem 2: Konflikte im System

Nur weil wir ein System sind, heißt das nicht, dass alle immer einer Meinung sind. Im Gegenteil: Konflikte gehören dazu. Manche Innies haben unterschiedliche Bedürfnisse, Meinungen oder Prioritäten. Das kann zu inneren Machtkämpfen führen, die uns auch oft lähmen.

Lösungsansatz:
Wir versuchen, Konflikte wie in jedem anderen Team zu lösen: durch Moderation, Kompromisse und klare Absprachen. Lea übernimmt oft die Rolle der Vermittlerin. Sie fragt die beteiligten Persönlichkeiten nach ihren Bedürfnissen und sucht nach Lösungen, mit denen alle leben können.

Manchmal hilft es auch, externe Unterstützung zu holen – zum Beispiel durch Therapie. Therapeut:innen können dabei helfen, Konflikte im System zu verstehen und konstruktiv zu bearbeiten.

Problem 3: Überforderung durch zu viel Kommunikation

Ja, auch das gibt es: Manchmal ist die interne Kommunikation so intensiv, dass sie überfordert. Wenn alle Innies gleichzeitig reden, diskutieren oder ihre Meinung kundtun wollen, entsteht ein inneres Chaos, das uns handlungsunfähig macht.

Lösungsansatz:
Wir setzen Grenzen. Nicht jede Entscheidung braucht eine Vollversammlung. Für alltägliche Dinge (wie „Was essen wir heute?“) reicht es, wenn eine oder zwei Persönlichkeiten entscheiden. Für größere Themen (wie „Sollen wir den Job wechseln?“) nehmen wir uns bewusst Zeit, um alle Stimmen zu hören, aber strukturiert, nicht im Chaos.

Außerdem hilft es, Pausen einzulegen. Wenn die interne Kommunikation zu laut wird, gehen wir raus, lenken uns ab oder machen etwas, das uns erdet. Danach ist das System oft wieder ruhiger.

Interne Kommunikation DIS - Überforderung

Interne Kommunikation DIS: Tools und Techniken

Tool 1: Journaling

Ein Tagebuch ist eines der einfachsten und effektivsten Mittel für interne Kommunikation. Jede Persönlichkeit kann dort schreiben, was sie beschäftigt, wie es ihr geht oder was sie erlebt hat.

Bei uns funktioniert das so: Wir haben unser Inside Out Journal entwickelt, für DIS-Systeme. Weil wir bei allen getesteten Journals leider nie DAS gefunden haben, was für DIS-Menschen geeignet war. Das bereiten wir auch gerade für euch auf, sind in den letzten Zügen, also hier nochmal die unverbindliche Warteliste (einfach klicken!)

Tipp: Journaling muss nicht perfekt sein. Auch Stichpunkte, Zeichnungen oder Sprachnachrichten zählen. Hauptsache, es entsteht eine Spur.

Tool 2: Gemeinsame Kalender und To-do-Listen

Wir haben bereits erwähnt, dass wir Kalender und Projektmanagement-Tools nutzen. Diese sind Gold wert, wenn es darum geht, den Alltag zu organisieren und sicherzustellen, dass nichts untergeht.

Wichtig: Der Kalender muss für alle zugänglich sein – auch für Innies, die nicht so technikaffin sind. Wir nutzen deshalb visuelle Hilfsmittel wie Farben oder Symbole, damit jede Persönlichkeit sofort erkennt, was wichtig ist.

Tool 3: Innere Meetings

Klingt nach Büroalltag? Ist es auch irgendwie. Wir setzen uns regelmäßig zusammen (mental, versteht sich) und besprechen, was ansteht. Diese Meetings helfen uns, uns abzustimmen und sicherzustellen, dass alle gehört werden.

Ablauf eines inneren Meetings (der Plan):

  1. Lea moderiert und fragt: „Wer möchte etwas sagen?“
  2. Reihum dürfen alle Innies ihre Anliegen vorbringen.
  3. Gemeinsam wird entschieden, wie wir weitermachen.
  4. Wichtige Punkte werden schriftlich festgehalten.

Ablauf eines inneren Meetings (manchmal die Realität):

  1. Lea versucht zu moderieren – aber niemand antwortet.
    Stille. Funkstille. Lea fragt mehrmals: „Wer ist da? Wer möchte was sagen?“ Nichts. Es fühlt sich an, als würde sie in einen leeren Raum sprechen. Manchmal kommt irgendwann eine leise Antwort. Manchmal bleibt es still.
  2. Alle reden gleichzeitig – und es endet im Chaos.
    Statt geordnetem Reihum sprechen plötzlich fünf Persönlichkeiten durcheinander. Laura will über Emotionen reden, Pia findet das alles überflüssig, Fenja drängt auf pragmatische Entscheidungen, und Ella zieht sich komplett zurück, weil ihr das zu laut ist. Mimi will nur malen oder tanzen. Lea versucht zu moderieren, aber es funktioniert nicht. Am Ende sind wir erschöpft und haben nichts entschieden.
  3. Jemand blockiert aktiv – aus Schutzgründen.
    Manchmal gibt es Innies, die bewusst nicht kommunizieren wollen. Nicht, weil sie stur sind, sondern weil sie das System schützen. Vielleicht ist das Thema zu triggering. Vielleicht fühlt es sich nicht sicher an. Dann blockieren sie und das Meeting kommt nicht voran.
  4. Wir sind zu erschöpft, um uns zu konzentrieren.
    Innere Meetings brauchen Energie. Wenn wir überreizt, gestresst oder dissoziert sind, haben wir diese Energie nicht. Dann sitzen wir da, versuchen uns zu konzentrieren, aber es fühlt sich an, als würden wir gegen eine Wand reden.
  5. Wir verlieren den Faden mitten im Meeting.
    Es passiert: Mitten in einem inneren Meeting switchen wir. Plötzlich ist jemand anderes da, der nicht weiß, worum es geht. Oder wir dissoziieren komplett und müssen später rekonstruieren, was besprochen wurde. Deshalb halten wir wichtige Punkte schriftlich fest, aber selbst das klappt nicht immer.
  6. Entscheidungen werden getroffen, aber nicht umgesetzt.
    Manchmal schaffen wir es, eine Entscheidung zu treffen. Alle sind sich einig (oder zumindest die meisten). Aber am nächsten Tag ist jemand anderes da, der davon nichts weiß oder sich nicht daran gebunden fühlt. Dann müssen wir nochmal von vorne anfangen.

Die Wahrheit über innere Meetings:

Sie sind kein Allheilmittel. Sie funktionieren nicht immer. Manchmal sind sie hilfreich, manchmal frustrierend, manchmal unmöglich.

Aber: Sie sind trotzdem wichtig. Denn selbst wenn ein Meeting chaotisch endet oder scheitert, haben wir versucht, miteinander zu kommunizieren. Wir haben versucht, alle Stimmen zu hören. Und das ist mehr, als wir früher konnten.

Was uns hilft, wenn Meetings scheitern:

  • Wir akzeptieren, dass es nicht immer klappt.
    Nicht jedes Meeting muss erfolgreich sein. Manchmal reicht es, es versucht zu haben.
  • Wir dokumentieren trotzdem.
    Selbst wenn das Meeting chaotisch war, schreiben wir auf, was besprochen wurde (so gut es geht). Das hilft später.
  • Wir nehmen Pausen.
    Wenn ein Meeting überfordert, brechen wir ab. Wir zwingen uns nicht, weiterzumachen.
  • Wir nutzen externe Tools als Backup.
    Wenn innere Meetings nicht funktionieren, greifen wir auf Kalender, Tagebuch oder WhatsApp zurück.

Der wichtigste Punkt:

Innere Meetings sind ein Tool – kein Muss. Wenn sie bei euch nicht funktionieren, ist das völlig okay. Es gibt andere Wege, um interne Kommunikation zu gestalten. Findet heraus, was für euch funktioniert und seid geduldig mit euch selbst.

Beispiel: Ein typisches inneres Meeting bei uns

Damit ihr euch besser vorstellen könnt, wie das aussieht, hier ein konkretes Beispiel:

Situation:
Wir müssen entscheiden, ob wir eine Kooperationsanfrage annehmen.

Der Plan:
Lea ruft ein inneres Meeting ein. Alle Innies sagen ihre Meinung. Wir entscheiden gemeinsam.

Die Realität:

  • Lea: „Okay, wir müssen über die Kooperation entscheiden. Wer möchte was sagen?“
  • Fenja: „Ich finde, wir sollten zusagen. Das passt zu unseren Werten und bringt uns weiter.“
  • Pia: „Ich finde das Projekt langweilig. Wir sollten absagen.“
  • Laura: „Ich bin unsicher. Was, wenn wir überfordert sind?“
  • Romy: „Ich glaube, wir schaffen das! Lass uns positiv denken.“
  • Ella: [schweigt]
  • Lea: „Ella, was denkst du?“
  • Ella: [immer noch Stille]
  • Pia: „Ella will eh nie reden. Können wir jetzt entscheiden?“
  • Laura: „Aber ich fühle mich nicht wohl damit!“
  • Fenja: „Laura, wir können nicht jede Entscheidung basierend auf Angst treffen.“
  • Laura: [fühlt sich angegriffen und zieht sich zurück]
  • Lea: „Okay, das eskaliert. Pause. Wir machen später weiter.“

Ergebnis: Keine Entscheidung. Das Meeting wird verschoben. Am nächsten Tag versuchen wir es nochmal – dann klappt es besser, weil alle etwas ruhiger sind.

Was wir daraus lernen:

Innere Meetings sind emotional. Sie bringen Konflikte an die Oberfläche. Aber genau deshalb sind sie wichtig, weil wir nur so verstehen, was im System wirklich los ist.

Tool 4: Therapeutische Unterstützung

Therapie kann ein Game-Changer sein, wenn es um interne Kommunikation geht. Therapeut:innen, die sich mit DIS auskennen (!), können helfen, blockierte Persönlichkeiten zu erreichen, Konflikte zu lösen oder neue Kommunikationswege zu etablieren.

Wir arbeiten zum Beispiel mit EMDR, Trauma- und Kunsttherapie, um belastende Erinnerungen zu bearbeiten, die die Kommunikation behindern. Je sicherer sich das System fühlt, desto besser funktioniert die interne Kommunikation.

Therapie mit DIS

Interne Kommunikation DIS: Es ist ein Prozess

Interne Kommunikation bei DIS ist kein Schalter, den wir einfach umlegen können. Sie ist ein ständiger Prozess, der Geduld, Übung und manchmal auch externe Hilfe erfordert.

Aber sie ist auch einer der wichtigsten Faktoren für ein funktionierendes Leben mit DIS. Denn je besser wir miteinander kommunizieren, desto mehr können wir als Team funktionieren. Und genau das sind wir: ein Team.

Also, wenn ihr gerade dabei seid, eure interne Kommunikation zu verbessern:
Gebt euch Zeit. Seid nicht zu hart zu euch, wenn es mal nicht klappt. Und feiert die kleinen Erfolge, wenn jemand im System zum ersten Mal antwortet oder wenn ihr endlich einen Weg findet, der funktioniert.

Ihr seid nicht kaputt. Ihr seid überlebenskreativ. 🦋

Die Nikas - Gebt euch Zeit

Interne Kommunikation DIS: Ausführliche Antworten zu den Community-Fragen

Frage 1: „Wie lernt ihr, miteinander zu kommunizieren?“

Die ehrliche Antwort:
Es ist ein jahrelanger Prozess und er ist nie wirklich abgeschlossen.

Interne Kommunikation lernen ist kein Schalter, den wir umlegen. Sondern es ist trial and error, Geduld, Rückschläge und kleine Durchbrüche.
Hier ist, wie das bei uns ablief (und immer noch abläuft):

Phase 1: Überhaupt erstmal verstehen, dass wir ein System sind

Am Anfang wussten wir nicht, dass wir DIS haben. Wir dachten, alle Menschen haben verschiedene „Ich-Zustände“ oder innere Stimmen. Dass das bei uns anders war, nämlich verschiedene Persönlichkeiten mit eigenen Erinnerungen, Vorlieben und Identitäten, haben wir erst durch Therapie verstanden.

Was geholfen hat:

  • Ambulante Traumatherapie bei Therapeut:innen, die sich mit dissoziativen Störungen auskennen
  • Psychoedukation: Bücher, Artikel, Gespräche über DIS
  • Innere Beobachtung: Wann switchen wir? Wann haben wir Amnesie? Wann fühlen wir uns wie jemand anderes?

Wie lange hat das gedauert?
Bei uns mehrere Monate bis Jahre. Manche DIS-Menschen merken es schneller, während andere länger brauchen. Beides ist okay.

Phase 2: Die Innies kennenlernen

Nachdem wir verstanden hatten, dass wir ein System sind, begann die eigentliche Arbeit: Wer sind die Persönlichkeiten in unserem System? Was brauchen sie? Wie kommunizieren sie?

Was geholfen hat:

1. Innere Beobachtung mit Tagebuch
Wir haben angefangen, aufzuschreiben: Wer ist gerade da? Wie fühlt sich das an? Was denkt diese Persönlichkeit? Mit der Zeit erkannten wir Muster: „Aha, das ist Laura. Sie ist emotional und braucht Nähe.“ Oder: „Das ist Pia. Sie ist rebellisch und lehnt Regeln ab.“

2. Therapeutische Arbeit
In der Therapie haben wir gelernt, bewusst mit unseren Innies in Kontakt zu treten. Das nennt sich „innere Kommunikation“ oder „innerer Dialog“. Die Therapeutin hat uns dabei unterstützt, Fragen zu stellen wie: „Wer ist da? Was brauchst du?“

3. Kreative Ausdrucksformen
Manche Innies kommunizieren nicht verbal. Ella zum Beispiel drückt sich durch Zeichnen aus. Feli durch Schreiben. Wir haben gelernt, diese Ausdrucksformen ernst zu nehmen und als Kommunikation zu verstehen.

Wie lange hat das gedauert?
Jahre. Und es ist nie wirklich „fertig“, weil sich das System verändert. Neue Persönlichkeiten können auftauchen, andere treten in den Hintergrund.

Phase 3: Kommunikationswege etablieren

Nachdem wir die Innies kannten, mussten wir Wege finden, wie wir miteinander sprechen können – besonders bei Amnesie.

Was geholfen hat:

1. Externe Tools einführen
Wir haben angefangen, Kalender, Tagebücher und später auch digitale Tools zu nutzen. Das war anfangs seltsam: „Wir schreiben uns selbst Nachrichten? Wirklich?“
Aber es funktioniert.

Tipp: Fangt klein an. Ein einfaches Notizbuch reicht. Schreibt auf: Wer ist da? Was ist passiert? Was steht morgen an? Mehr braucht es nicht.

2. Innere Meetings etablieren
Wir lernen immer mehr, bewusst innere Meetings einzuberufen. Das heißt: Wir setzen uns hin (mental oder real), stellen uns vor, dass wir alle zusammen in einem Raum sind, und reden. Klingt esoterisch? Vielleicht. Funktioniert trotzdem.

Tipp: Lea moderiert bei uns, weil sie strukturiert ist. Findet heraus, wer in eurem System diese Rolle übernehmen kann. Wenn niemand da ist, der moderiert, probiert es trotzdem – auch chaotische Meetings sind besser als gar keine Kommunikation.

3. Körpersignale lesen lernen
Wir haben gemerkt, dass unser Körper kommuniziert, auch wenn wir es mental nicht schaffen. Müdigkeit kann bedeuten: Jemand braucht Ruhe. Unwohlsein kann bedeuten: Jemand ist getriggert. Energie kann bedeuten: Jemand möchte aktiv sein.

Tipp: Achtet auf euren Körper.
Fragt euch: Was will mir dieser Zustand sagen? Wer im System braucht gerade was?

Phase 4: Mit Rückschlägen umgehen lernen

Interne Kommunikation klappt nicht immer. Denn Manchmal ist die Leitung tot. Manchmal switchen wir mitten im Gespräch. Manchmal reden alle gleichzeitig, und es endet im Chaos.

Was geholfen hat:

1. Akzeptanz
Wir haben gelernt zu akzeptieren, dass es nicht immer funktioniert. Und dass das okay ist. Wir sind nicht kaputt, nur weil die Kommunikation mal zusammenbricht.

2. Backup-Strategien
Wenn innere Kommunikation nicht klappt, greifen wir auf externe Tools zurück. Kalender, Tagebuch, WhatsApp – irgendwas funktioniert meistens, zumindest ein bisschen.

3. Therapeutische Unterstützung
Wenn wir feststecken oder Konflikte im System haben, holen wir uns Hilfe. Therapeut:innen können dabei helfen, blockierte Kommunikationswege zu öffnen oder Konflikte zu lösen.

Konkrete Tipps, wenn ihr gerade anfangt:

  1. Fangt mit Beobachtung an.
    Schreibt auf: Wann switcht ihr? Wie fühlt sich das an? Gibt es Muster?
  1. Nutzt ein Tagebuch.
    Jede Persönlichkeit kann reinschreiben. Selbst Stichpunkte oder Zeichnungen helfen.
  1. Stellt Fragen nach innen.
    „Wer ist da?“ „Was brauchst du?“ Vielleicht kommt keine Antwort. Vielleicht nur ein Gefühl. Aber ihr übt, zuzuhören.
  1. Seid geduldig.
    Interne Kommunikation braucht Zeit. Jahre. Und sie wird nie perfekt sein.
  1. Holt euch Hilfe.
    Therapeut:innen, die sich mit DIS auskennen, können euch enorm unterstützen.

Die wichtigste Botschaft:

Ihr lernt interne Kommunikation nicht aus einem Buch oder durch einen Post. Denn ihr lernt es durch Übung, Geduld und Selbstmitgefühl. Und ihr dürft dabei Fehler machen.

Frage 2: „Woher wisst ihr, wer redet oder ins Buch geschrieben hat?“

Hier ist, wie wir verschiedene Persönlichkeiten voneinander unterscheiden und was wir tun, wenn wir es nicht wissen:

Methode 1: An der „Handschrift“ erkennen

Jede Persönlichkeit hat einen eigenen Kommunikationsstil, auch wenn wir alle denselben physischen Körper und dasselbe Gehirn nutzen.

Woran wir es erkennen:

  • Wortwahl:
    Laura nutzt emotionale, weiche Sprache. Pia ist direkt und manchmal ruppig. Feli schreibt poetisch. Fenja ist sachlich und business-like.
  • Satzstruktur:
    Lea schreibt strukturiert in klaren Absätzen. Mimi schreibt spielerischer, mit mehr Emojis. Ella schreibt gar nicht, sondern sie zeichnet.
  • Stimmung:
    Wenn wir einen Text lesen und sofort spüren „Das klingt traurig/wütend/verspielt“, wissen wir oft, wer das war.

Beispiel aus unserem Tagebuch:

„Heute war ein schwerer Tag. Ich fühle mich verletzlich und möchte einfach nur gehalten werden.“ → Das ist Laura. Emotional, offen, sucht Nähe.

„Heute war anstrengend. Aber wir haben es geschafft. To-do-Liste für morgen:
1. E-Mails beantworten, 2. Meeting vorbereiten, 3. Abendessen planen.“
→ Das ist Lea. Strukturiert, pragmatisch, lösungsorientiert.

„Warum machen wir das alles? Fühlt sich sinnlos an.“
→ Das ist wahrscheinlich Pia. Skeptisch, direkt, manchmal nihilistisch.

Methode 2: An der Handschrift (wortwörtlich)

Ja, wirklich: Manche Persönlichkeiten haben eine leicht unterschiedliche Handschrift. Nicht dramatisch wie im Film, aber erkennbar.

Woran wir es sehen:

  • Größe der Buchstaben:
    Laura schreibt größer und runder. Lea schreibt kleiner und präziser.
  • Druck:
    Pia schreibt mit mehr Druck, fast aggressiv. Feli schreibt leichter, fast zart.
  • Stil:
    Manche Innies schreiben in Druckbuchstaben, andere in Schreibschrift.

Wichtig:
Das ist kein absolutes Erkennungsmerkmal. Manchmal schreibt Laura auch klein, wenn sie gestresst ist. Aber oft hilft es als Hinweis.

Methode 3: An Farben oder Symbolen (wenn wir sie nutzen)

In unserem digitalen Kalender hat jede Persönlichkeit eine eigene Farbe. Das hilft uns sofort zu sehen: „Aha, das hat Fenja eingetragen (grün). Das war Laura (rosa).“

Wie das funktioniert:

  • Lea = Lila
  • Laura = Rosa
  • Pia = Dunkelrot
  • Fenja = Grün
  • Romy = Hellblau
  • Feli = Beige
  • Ella = Gold
  • Mimi = Pink

Wenn wir im Kalender einen Eintrag sehen, wissen wir sofort, wer das war.

Tipp für euch:
Nutzt Farben, Symbole oder Kürzel (z.B. „L:“ für Laura, „P:“ für Pia), um zu markieren, wer geschrieben oder etwas eingetragen hat.

Methode 4: Nachfragen (innerlich)

Wenn wir uns nicht sicher sind, fragen wir nach innen: „Wer hat das geschrieben?“

Manchmal kommt eine Antwort:
„Das war ich, Laura.“
Manchmal nur ein Gefühl:
Ein diffuses „Das war nicht ich“ – dann wissen wir, dass jemand anderes es war.

Und manchmal kommt gar nichts.
Dann müssen wir raten oder akzeptieren, dass wir es nicht wissen.

Methode 5: Rückschlüsse aus dem Kontext

Wenn wir nicht direkt erkennen, wer geschrieben hat, schauen wir auf den Kontext:

  • Wann wurde es geschrieben?
    Morgens ist oft Lea da. Abends eher Laura oder Feli.
  • Was steht da?
    Wenn es um Business geht, war es wahrscheinlich Fenja.
    Wenn es emotional ist, war es Laura.
    Ist es eher aktivierend oder aufgedreht, war es Romy.
  • Wie fühlt es sich an?
    Manchmal spüren wir intuitiv, wer es war.

Was wir tun, wenn wir es nicht wissen:

1. Wir akzeptieren es.
Manchmal wissen wir es einfach nicht. Und das ist okay. Wir müssen nicht alles wissen.

2. Wir fragen die anderen Innies.
„Hat jemand das geschrieben?“ Manchmal meldet sich jemand.

3. Wir lassen es offen.
Wenn niemand sich meldet, lassen wir es stehen. Vielleicht war es jemand, der noch nicht kommunizieren kann oder will.

Die Wahrheit:

Es ist nicht immer klar, wer geschrieben oder geredet hat. Denn manchmal verschwimmen die Grenzen. Manchmal switchen wir so schnell, dass wir selbst nicht mehr wissen, wer gerade da war.

Aber: Mit der Zeit lernen wir die „Signaturen“ unserer Innies immer besser kennen. Und selbst wenn wir es mal nicht wissen… das gehört dazu.

Tipps für euch:

  1. Nutzt Farben, Symbole oder Kürzel, um zu markieren, wer geschrieben hat.
  2. Achtet auf Stil und Wortwahl – oft verrät das mehr, als ihr denkt.
  3. Fragt nach innen – manchmal meldet sich jemand.
  4. Akzeptiert, dass ihr es manchmal nicht wisst – und dass das okay ist.

Frage 3: „Wie übt ihr das? Wie bekommen wir das hin?“

Interne Kommunikation mit DIS ist keine Fähigkeit, die man „lernt“ wie Fahrradfahren, sondern es ist ein Prozess, der Jahre dauert und nie wirklich abgeschlossen ist. Aber es gibt konkrete Schritte, die euch helfen können.

Schritt 1: Fangt mit Beobachtung an

Bevor ihr interne Kommunikation aufbauen könnt, müsst ihr erstmal verstehen:
Wer ist in eurem System? Wann switcht ihr? Wie fühlt sich das an?

Konkrete Übung:

  • Nehmt euch jeden Abend 5 Minuten Zeit.
  • Fragt euch: „Wie habe ich mich heute gefühlt? Gab es Momente, wo ich mich anders gefühlt habe als sonst?“
  • Schreibt es auf. Stichpunkte reichen.

Beispiel:
„Morgens: energiegeladen, motiviert. Mittags: plötzlich müde und zurückgezogen. Abends: emotional, wollte Nähe.“

Mit der Zeit seht ihr Muster. Ihr merkt: „Aha, morgens ist oft jemand anderes da als abends.“

Schritt 2: Fangt an zu dokumentieren

Interne Kommunikation beginnt mit Dokumentation. Warum? Weil ihr so Spuren hinterlasst, die für euch selbst und für andere Persönlichkeiten in eurem System wichtig sind.

Konkrete Übung:

  • Kauft euch ein Notizbuch (oder nutzt eine App wie Notion, Google Docs, OneNote).
  • Schreibt jeden Tag mindestens einen Satz auf: „Heute war ich [Name/Zustand]. Mir geht es [gut/schlecht/neutral]. Morgen steht an: [X].“

Beispiel:
„Heute war Laura da. Mir geht es emotional belastet, aber okay. Morgen steht ein Meeting an, was Lea übernimmt.“

Das klingt simpel, aber es macht einen riesigen Unterschied. Denn wenn ihr morgen aufwacht und nicht wisst, was gestern war, könnt ihr es nachlesen.

Schritt 3: Stellt Fragen nach innen

Interne Kommunikation bedeutet, mit euren Innies zu sprechen. Das kann anfangs befremdlich sein, aber es wird mit der Zeit natürlicher.

Konkrete Übung:

  • Setzt euch ruhig hin (oder legt euch hin).
  • Schließt die Augen (muss nicht, hilft aber).
  • Stellt eine Frage nach innen: „Wer ist gerade da?“ „Wie geht es euch?“ „Was braucht ihr?“
  • Wartet. Hört zu. Manchmal kommt eine Antwort (als Gedanke, Gefühl oder innere Stimme). Manchmal nicht.

Wichtig:
Erwartet keine lauten, klaren Antworten wie in einem Film, denn oft ist es subtil: ein diffuses Gefühl, ein Impuls, ein Bild im Kopf. Das ist okay. Das zählt.

Beispiel:
Ihr fragt: „Wer ist da?“
Antwort: Ein Gefühl von Traurigkeit.
Ihr wisst: „Okay, jemand Emotionales ist da. Vielleicht XY oder jemand, der Nähe braucht.“

Schritt 4: Nutzt externe Tools als Brücke

Wenn innere Kommunikation noch nicht funktioniert, nutzt externe Tools.

Konkrete Übung:

  • Kalender:
    Tragt alles ein, was ansteht. Nutzt Farben oder Symbole für verschiedene Persönlichkeiten.
  • WhatsApp oder Messenger:
    Erstellt eine Gruppe (nur mit euch) und schreibt euch Nachrichten. Klingt absurd?, aber funktioniert.
  • To-do-Listen:
    Nutzt Apps wie Todoist, AWork oder einfach Google Tasks. Schreibt auf, wer was übernehmen soll.

Beispiel:
Laura schreibt in die WhatsApp-Gruppe: „Ich fühle mich heute überfordert. Kann jemand anderes das Meeting übernehmen?“
Lea liest es später und antwortet: „Ich übernehme. Laura, ruh dich aus.“

Schritt 5: Probiert innere Meetings aus

Wenn ihr ein bisschen Übung habt, könnt ihr versuchen, innere Meetings einzuberufen.

Konkrete Übung:

  • Setzt euch ruhig hin.
  • Stellt euch vor, dass ihr alle in einem Raum sitzt (mental, versteht sich).
  • Eine Person moderiert (z.B. die strukturierteste Persönlichkeit in eurem System).
  • Fragt reihum: „Wer möchte etwas sagen?“
  • Hört zu. Lasst alle zu Wort kommen.

Wichtig:
Das wird anfangs chaotisch sein. Vielleicht antwortet niemand oder reden alle gleichzeitig. Das ist normal und mit der Zeit wird es besser.

Schritt 6: Seid geduldig mit euch selbst

Das ist der wichtigste Schritt. Interne Kommunikation braucht Zeit. Jahre. Und sie wird nie perfekt sein.

Konkrete Übung:

  • Wenn ihr frustriert seid, atmet tief durch.
  • Erinnert euch: „Wir sind nicht kaputt, sondern lernen gerade etwas Schwieriges.“
  • Feiert kleine Erfolge: „Heute habe ich zum ersten Mal eine innere Stimme gehört!“ oder „Heute habe ich ins Tagebuch geschrieben!“

Was hilft langfristig:

  1. Therapie
    Therapeut:innen, die sich mit DIS auskennen, können euch enorm helfen, denn sie zeigen euch Techniken, um interne Kommunikation zu verbessern.
  2. Regelmäßigkeit
    Je öfter ihr übt, desto besser wird es. Macht es zu einer Routine: Jeden Abend 5 Minuten Tagebuch. Jeden Morgen kurz nach innen fragen.
  3. Selbstmitgefühl
    Seid nicht zu hart zu euch, denn Rückschläge gehören dazu. Manchmal klappt es nicht und das ist okay.

Interne Kommunikation DIS: Die wichtigste Botschaft

Ihr müsst nicht perfekt sein. Ihr müsst nur anfangen. Ein Satz im Tagebuch. Eine Frage nach innen. Ein externes Tool. Das reicht.

Interne Kommunikation DIS - Kein Perfektionismus

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