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Zukunftsträume mit dissoziativer Identitätsstruktur

Diese Woche tauchen wir richtig tief ein in Zukunftsträume mit dissoziativer Identitätsstruktur (DIS). Ihr wisst schon, diese Momente, in denen das System plötzlich still wird und alle Persönlichkeiten auf einmal überlegen, was eigentlich kommen soll. Nicht das klassische „irgendwann mal ein Haus am See“ aus Filmen. Sondern echte, lebendige Träume, die durch Trauma, Switching, die vielen Stimmen in unserem Kopf geformt werden. Und trotzdem halten sie.

Wir berichten aus unserem echten Leben. Keine Theorie, kein Lehrbuch. Einfach so, wie es bei uns läuft. Weil wir wissen, dass viele von euch da draußen ähnlich unterwegs sind. Zukunftsträume bei DIS sind möglich, sie sehen nur anders aus. Bunter, chaotischer und manchmal auch erschreckend ehrlich. Aber genau deshalb auch so kraftvoll.

Was sind Zukunftsträume bei DIS wirklich?

Zukunftsträume mit dissoziativer Identitätsstruktur sind keine einzelne Vision einer einzigen Person. Sie sind ein kollektives Gemälde, bei dem jede Persönlichkeit ihren Pinselstrich beisteuert. Manche Innies träumen von Ruhe und Sicherheit, weil Trauma ihnen genau das lange verweigert hat. Andere wollen Abenteuer, Kreativität, laute Bühnen oder einfach nur endlich frei atmen. Und wieder andere halten die Erinnerung an alte Verletzungen wach und flüstern „vorsichtig, nicht zu groß träumen“.

Ihr wollt wissen, wie es bei uns ist? Then here we go, ein kleiner Einblick!
Feli malt sich aus, wie wir endlich ein eigenes kleines Atelier haben, in dem alle Innies malen dürfen, ohne dass jemand ausblendet.
Laura träumt von Reisen, aber nicht als großer Roadtrip, sondern von kurzen, sicheren Ausflügen, bei denen das System co-conscious bleibt.
Fenja wünscht sich einfach nur, dass der Alltag stabil genug ist, damit wir unseren Blog weiterführen und anderen DIS-Menschen zeigen können, dass es weitergeht.
Mimi möchte gerne in den Trampolinpark, einen Wasserpark und am liebsten mit der Therapeutin in den Urlaub fahren. 😁
Merle und Mimi möchten gerne, dass es Einhörner wirklich gibt. 🦄

Und das ist nur ein kleiner Auszug!

Zukunftsträume mit dissoziativer Identitätsstruktur

Zukunftsträume mit dissoziativer Identitätsstruktur sind ein ständiges Verhandeln

Ein inneres Meeting, das manchmal Stunden dauert oder ein Traum, der sich verändert, je nachdem, wer gerade vorne ist. Und das ist kein Fehler, sondern unsere Realität und unser Alltag. Wir haben gelernt, dass diese Träume nicht weniger wert sind, nur weil sie nicht linear sind. Im Gegenteil, denn sie sind ehrlicher und berücksichtigen alle von uns.
Gelingt uns immer, das so zu sehen?
Auf gar keinen Fall, aber wir arbeiten dran!

Nehmt das Bild von den vielen Gesichtern, die ineinander übergehen. Genau so fühlt es sich an, wenn wir über die Zukunft sprechen. Jede Persönlichkeit hat ihre eigenen Farben, ihre eigenen Ängste, ihre eigenen Hoffnungen. Und zusammen ergeben sie etwas, das größer ist als jede einzelne Stimme.

Trauma spielt dabei eine riesige Rolle. Es färbt die Träume ein. Manchmal mit dunklen Schatten, manchmal mit der Sehnsucht nach dem, was nie war. Wir erinnern uns an Zeiten, in denen Zukunft gar nicht existierte, weil der Moment zu laut war. Und plötzlich taucht ein Traum auf, der sagt „wir wollen mehr“. Das ist mutig und es kann heilend sein, aber es ist auch anstrengend, weil das System nicht immer einig ist. Eine Persönlichkeit will vorwärts, eine andere braucht erst mal Pause. Und genau da beginnt die echte Arbeit an Zukunftsträumen mit dissoziativer Identitätsstruktur.

Gemeinsame Zukunft

Warum Zukunftsträume mit dissoziativer Identitätsstruktur anders laufen

Warum laufen Zukunftsträume bei DIS anders?
Weil wir nicht nur für uns als eine Person planen. Wir planen für ein ganzes System. Und dieses System hat seine eigenen Regeln, seine eigenen Trigger, seine eigenen Schutzmechanismen.

Stellt euch vor, ihr setzt euch hin und schreibt eine To-Do-Liste für die nächsten fünf Jahre. Und plötzlich kippt der Plan, weil eine Persönlichkeit triggert und alle anderen erst mal in den Hintergrund treten. Oder weil ein Gedächtnisloch auftaucht und ihr nicht mehr wisst, warum dieser Traum überhaupt wichtig war. Das passiert bei uns ständig. Und früher haben wir das gehasst, aber heute wissen wir, es gehört dazu.

Trauma macht Zukunftsträume bei DIS oft zu einer Achterbahn.
Es flüstert „was, wenn es wieder schiefgeht?“ Es zeigt alte Bilder, alte Schmerzen, alte Stimmen, die sagen „du darfst nicht glücklich sein“. Und das System reagiert. Manche Innies ziehen sich zurück, manche werden laut und rebellisch und wieder andere versuchen, alles perfekt zu machen, damit bloß nichts kaputt geht.

Was hilft nicht?

Starre Pläne, wie z.B. „In fünf Jahren muss alles perfekt sein.“
Das funktioniert bei uns nicht. Was auch nicht hilft ist allein darauf zu hoffen, dass irgendwann mal alles „normal“ wird. Normal ist bei DIS etwas anderes. Es heißt nicht einheitlich, sondern es heißt, dass alle Persönlichkeiten gehört werden.

Was hilft?

Flexibilität. Das Erkennen, dass ein Traum, der heute groß ist, morgen vielleicht kleiner wird. Und dass das okay ist. Bei uns hat sich das gezeigt, als wir merkten, dass unser großer Traum von einem Leben in einer WG plötzlich nicht mehr passte, weil eine Persönlichkeit Angst vor der Unsicherheit hatte, dass diese sich verändern könnte.

Auch die gesellschaftliche Erwartung macht es anders.
„Mach einen Plan, zieh durch, sei erfolgreich.“ Für DIS-Menschen klingt das oft wie eine Fremdsprache, weil unser Erfolg nicht nur in äußeren Zahlen gemessen wird, sondern darin, wie gut das System zusammenarbeitet. Und wie viele Persönlichkeiten sich sicher fühlen, wenn wir über die Zukunft sprechen.

Zukunftsträume mit dissoziativer Identitätsstruktur - Was hilft?

Zukunftsträume mit dissoziativer Identitätsstruktur – Anders und vielfältig

Und trotzdem gibt es auch Vorteile. Unsere Zukunftsträume sind vielfältig. Wir haben Künstler:innen im System, Denker:innen, Beschützer:innen, Träumer:innen. Zusammen können wir Dinge erschaffen, die eine einzelne Person nie hinbekommen würde. Unsere Kunst, unsere Texte, unsere Aufklärungsarbeit, das alles entsteht aus diesem kollektiven Traum.

Praktische Orientierung für eure eigenen Zukunftsträume

Und jetzt kommt der Teil, der euch wirklich weiterbringt. Keine Schritt-für-Schritt-Anleitung, weil die bei DIS sowieso selten funktioniert. Sondern eine Orientierung, ein paar Gedanken, die bei uns gewirkt haben und die ihr für euch anpassen könnt.

  1. Lasst alle Persönlichkeiten mitträumen. Setzt euch nicht hin und sagt „das ist jetzt der Traum“. Fragt stattdessen: „Wie fühlt sich das für dich an?“ Manchmal reicht schon ein innerer Dialog, ein Bild, ein Gefühl. Bei uns hat das Wunder gewirkt. Plötzlich waren Träume nicht mehr bedrohlich, sondern etwas Gemeinsames.
  2. Baut Flexibilität ein. Ein Traum darf sich verändern. Er darf kleiner werden, größer, in eine andere Richtung gehen. Das ist kein Scheitern, sondern es ist Anpassung an die Realität eines DIS-Systems. Wir haben gelernt, dass ein Traum, der heute nicht passt, morgen vielleicht genau richtig ist oder umgekehrt.
  3. Verankert euch in der Gegenwart. Zukunftsträume mit dissoziativer Identitätsstruktur brauchen Wurzeln. Kleine, sichere Rituale, Momente, in denen das System spürt „hier sind wir okay“. Dann fühlt sich die Zukunft nicht mehr so weit weg und gefährlich an.
  4. Sucht euch ein soziales Umfeld, das versteht. Menschen, die nicht fragen „wann bist du endlich fertig mit der Therapie?“ Sondern die fragen „wie geht es heute dem System?“ Das macht einen riesigen Unterschied.
Orientierung Zukunft

Und unsere persönlichen Zukunftsträume?

Wir träumen davon, dass dieser Blog und unsere Aufklärungsarbeit weiterwachsen. Dass noch mehr DIS-Menschen sich gesehen fühlen. Wir träumen von mehr Kunst, die wir teilen dürfen und von einem Alltag, der stabil genug ist, damit alle Innies ihren Platz haben. Von Momenten, in denen wir gemeinsam lachen, weil der Plan wieder gekippt ist, wir aber trotzdem weitermachen. Und ja, vielleicht irgendwann ein kleines, sicheres Zuhause, in dem alle Farben der Persönlichkeiten willkommen sind (vielleicht ja sogar ein mobiles Zuhause).

Das sind keine fertigen Pläne, sondern lebendige Träume.
Und genau das macht sie so schön!

Fazit – Zukunftsträume mit dissoziativer Identitätsstruktur

Zukunftsträume mit dissoziativer Identitätsstruktur sind kein Luxus. Sie sind ein Akt der Rebellion gegen alles, was uns früher gesagt hat, wir dürften nicht träumen. Sie sind bunt, chaotisch, manchmal schmerzhaft ehrlich, aber sie sind echt. Und sie gehören uns!

Ihr, die ihr jetzt lest, habt eure eigenen Träume. Lasst sie zu und lasst alle Persönlichkeiten mitsprechen. Lasst Trauma seine Stimme haben, aber nicht das letzte Wort. Und vor allem: Lasst euch Zeit! Das System hat seinen eigenen Rhythmus und der ist genau richtig.

Wir von den Nikas glauben an euch. An eure Zukunftsträume bei DIS, an die Kraft, die entsteht, wenn alle Innies zusammenstehen, weil wir es selbst erleben dürfen. Jeden Tag, weil es weitergeht. Immer weiter. Mit Flexibilität, Humor und mit ganz viel Liebe für das, was wir sind.

Danke, dass ihr mit uns geträumt habt! 🦎

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